Die hessische Landesregierung hat als Reaktion auf anhaltendes Niedrigwasser an Rhein und Main ein vorübergehendes Nacht-Lkw-Fahrverbot auf ausgewählten Bundesstraßen aufgehoben. Die Entscheidung zielt darauf ab, den gestörten Güterverkehr durch alternative Transportwege zu entlasten, nachdem sinkende Wasserstände die Schifffahrt erheblich beeinträchtigen.
Insbesondere auf dem Rhein liegen die Wasserstände deutlich unter dem langjährigen Mittel, was die Zuladung von Frachtschiffen reduziert und zu Verzögerungen im Schiffsverkehr führt. Um logistische Engpässe zu vermeiden, wurden nun Ausnahmegenehmigungen für Lkw-Transporte in der Nacht erteilt, die normalerweise aufgrund von Lärmschutzbestimmungen untersagt sind.
Die betroffenen Strecken liegen vor allem in der Rhein-Main-Region, darunter Abschnitte der B43 und B45, die als wichtige Verbindungen zwischen den Industriezentren im Süden und Westen Hessens gelten. Die Maßnahme gilt zunächst befristet und wird laufend evaluiert, heißt es aus dem hessischen Verkehrsministerium.
Spediteure begrüßen die Entscheidung, warnen aber vor zusätzlichen Belastungen für die ohnehin stark frequentierten Landstraßen. Umweltverbände hingegen mahnen, dass solche Ausnahmen nicht zur Regel werden dürften und fordern langfristige Lösungen für die Folgen des Klimawandels auf die Binnenschifffahrt.
Quellen: FAZ Online