Hessen verdoppelt Finanzhilfen für jüdische Gemeinden

Die jüdischen Gemeinden in Hessen profitieren künftig von einer deutlichen Aufstockung der staatlichen Förderung. Wie aus einem neuen Staatsvertrag hervorgeht, wird die jährliche finanzielle Unterstützung des Landes von bisher vier auf künftig acht Millionen Euro verdoppelt. Die Erhöhung erfolgt schrittweise ab 2027 und gilt zunächst bis 2031. Damit unterstreicht die hessische Landesregierung ihr Bekenntnis zum Schutz und zur Förderung des jüdischen Lebens in Deutschland.

Der Vertrag wurde nach monatelangen Verhandlungen zwischen der Landesregierung und den jüdischen Landesverbänden unterzeichnet. Er sieht neben der Finanzhilfe auch Maßnahmen zum Schutz jüdischer Einrichtungen sowie zur Förderung von Bildung und Kultur vor. Besonders im Fokus stehen Sicherheitsinvestitionen in Synagogen, Gemeindezentren und Schulen. Hessens Ministerpräsident zeigte sich überzeugt, dass „religiöse Vielfalt und gelebte Toleranz zum gesellschaftlichen Zusammenhalt gehören – und dass der Staat dafür Verantwortung trägt“.

Die jüdischen Gemeinden begrüßten die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Stabilisierung ihrer Arbeit. Angesichts wachsender antisemitischer Vorfälle in Deutschland sei die finanzielle und strukturelle Unterstützung durch den Staat unerlässlich. Die Mittel sollen unter anderem in die Ausbildung von Gemeindepädagogen, kulturelle Projekte und die Modernisierung von Einrichtungen fließen. Mit der Erhöhung rückt Hessen damit unter die bundesweit führenden Bundesländer bei der staatlichen Unterstützung jüdischer Gemeinschaften.

Quellen: FAZ Online