Nigeria plant Anbindung von Hafensystem an Schienennetz zur Stärkung der Energieinfrastruktur

Nigeria unternimmt konkrete Schritte, um sein marodes Verkehrs- und Logistiksystem grundlegend zu modernisieren. Mit der bevorstehenden vollen Inbetriebnahme der Dangote-Raffinerie – der größten Einzelraffinerie Afrikas – rückt die mangelhafte Anbindung der Produktionsstätten an das Transportnetz stärker in den Fokus. Regierungsnahe Experten und Infrastrukturplaner arbeiten aktuell an einem integrierten Konzept, das Häfen, Raffinerien und zentrale Kraftstofflager direkt an das nationale Schienennetz anschließen soll.

Die neue Infrastrukturmaßnahme soll nicht nur die Effizienz der Kraftstoffverteilung erhöhen, sondern auch die Abhängigkeit von ineffizienten und kostspieligen Straßentransporten reduzieren. Aktuell behindern veraltete Gleisanlagen und unzureichende Kapazitäten eine reibungslose Lieferkette, was insbesondere bei der Versorgung des Landesinnern zu Engpässen führen kann. Die Integration der Eisenbahn könnte zudem die CO₂-Emissionen im Transportsektor deutlich senken.

Energiewende durch bessere Vernetzung

Experten sehen in der Schienenanbindung einen entscheidenden Hebel für die wirtschaftliche Unabhängigkeit Nigerias von importiertem Treibstoff. Die Dangote-Raffinerie hat ein Potenzial von bis zu 650.000 Barrel pro Tag und könnte theoretisch den gesamten lokalen Bedarf decken. Doch ohne funktionierende Verteilungsinfrastruktur bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Die geplante Modernisierung des Schienensystems gilt daher als Schlüsselprojekt für die Energiesicherheit des Landes.

Quellen: The Africa Report