Der malische Präsident Assimi Goïta hat am Donnerstag die Begnadigung eines französischen Diplomaten angeordnet, der zuvor zu einer 20-jährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Der Botschaftsangehörige des französischen Außenministeriums, Yann Vézilier, war im vergangenen Jahr von der militärisch geführten Regierung in Mali wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem Umsturzversuch festgenommen und verurteilt worden.
Die Anklage hatte behauptet, Vézilier habe Kontakte zu Oppositionskreisen unterhalten und versucht, die staatliche Ordnung in dem westafrikanischen Land zu destabilisieren – Vorwürfe, die von Frankreich stets zurückgewiesen wurden. Die Festnahme hatte zu erheblichen Spannungen zwischen Bamako und Paris geführt, insbesondere vor dem Hintergrund eines sich verschlechternden bilateralen Verhältnisses seit dem Putsch von 2020.
Die Begnadigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Mali zunehmend strategische Partnerschaften mit nicht-westlichen Akteuren ausbaut und den Einfluss europäischer Staaten zurückdrängt. Gleichzeitig könnte die Entscheidung auch als diplomatischer Schritt interpretiert werden, um eine Eskalation mit Frankreich zu vermeiden, obwohl keine offizielle Erklärung über die Beweggründe für die Begnadigung abgegeben wurde.
Quellen: France 24 – Africa