Die Berliner Volksbühne hat die für Freitag geplante exklusive Öffnung ihres temporären Freibads für die Schwarze Community abgesagt. Eigentlich sollte das „Volksbad“ mehrere Stunden lang nur Menschen der Schwarzen Community zugänglich sein – ein Angebot im Rahmen eines inklusiven Kulturprojekts. Doch nach wachsender Kritik von Politikern und zahlreichen rassistischen Anfeindungen, darunter Drohmails an die Organisatoren, entschied das Theater, die Veranstaltung abzusagen.
Die CDU und AfD hatten das Vorhaben scharf kritisiert und von diskriminierender Praxis gesprochen. Kolumnist Henryk M. Broder sprach in der Welt von „umgekehrtem Rassismus“. Die Volksbühne betonte jedoch, das Angebot sei als Raum der Entschleunigung und Solidarität gedacht gewesen, um strukturelle Benachteiligungen sichtbar zu machen. „Wir bedauern die Absage zutiefst, doch die Sicherheit unserer Besucher und Mitarbeiter hat Vorrang“, hieß es in einer Stellungnahme.
Das temporäre Schwimmbecken vor dem Theater am Rosa-Luxemburg-Platz ist Teil eines sommerlichen Kulturprogramms und an verschiedenen Tagen für unterschiedliche Gruppen reserviert. Die geplante Veranstaltung für die Schwarze Community löste jedoch eine unerwartet starke mediale und gesellschaftliche Debatte über Gleichbehandlung, Privilegien und Rassismus aus – und mündete letztlich in konkrete Bedrohungen.
Die Absage wirft nun neue Fragen auf: Wie lässt sich Diversität in der Kulturarbeit umsetzen, ohne Spaltung zu befördern? Und wie gehen öffentliche Institutionen mit Hetze und Gewaltandrohungen um? Die Diskussion in Berlin bleibt damit nicht nur im Freibad, sondern reicht tief in die gesellschaftliche Debatte hinein.
Quellen: Welt Online (DE), ntv – Nachrichten (DE), Spiegel Online – Schlagzeilen (DE), FAZ Online (DE), Der Tagesspiegel (DE)