Sieg für Umweltaktivisten: Gericht kassiert Shell-Explorationsrechte an der Wild Coast

Das Oberste Gericht Südafrikas hat in einem wegweisenden Urteil die Explorationsrechte des Energiekonzerns Shell und des Unternehmens Impact Africa entlang der Wild Coast aufgehoben. Die Richter stellten fest, dass die Genehmigungen rechtswidrig erteilt wurden, da die betroffenen Küstengemeinden nicht ordnungsgemäß konsultiert worden waren. Die Wild Coast, eine ökologisch sensible Region im Osten des Landes, ist Heimat zahlreicher indigener Gemeinschaften, die seit Jahren gegen die seismischen Untersuchungen und mögliche Bohrungen protestieren.

Die Entscheidung markiert einen bedeutenden juristischen und moralischen Sieg für die Umweltbewegung im Land. Aktivisten hatten argumentiert, dass die Erdölexploration das empfindliche maritime Ökosystem, Fischereigründe und heilige Stätten gefährden würde. Insbesondere die Unterwasser-Seismik, bei der laute Druckwellen zur Erkundung von Lagerstätten eingesetzt werden, wurde scharf kritisiert. Wissenschaftler warnen vor gravierenden Folgen für Meeressäugetiere wie Wale und Delfine.

Die Kampagne „Don’t Frack SA“ und andere zivilgesellschaftliche Gruppen begrüßten das Urteil als Meilenstein für die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen und den Umweltschutz. Sie betonten, dass die Regierung verpflichtet sei, nicht nur Umweltstandards, sondern auch internationale Menschenrechtsverpflichtungen einzuhalten. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Regierung, eine langfristige Strategie für eine nachhaltige Entwicklung der Region vorzulegen – statt auf fossile Energieträger zu setzen.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa