Soziale Medien schüren Ceuta-Krise mit gefälschten Migrationsaufrufen

Marokko hat vor einem möglichen neuen Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta gewarnt. Wie die ARD-Tagesschau unter Berufung auf EU-Quellen berichtet, kursieren in sozialen Medien aktuell gefälschte Aufrufe, die zu illegalen Grenzübertritten anstiften sollen. Besonders Instagram wird offenbar genutzt, um verzerrte oder falsche Informationen über einfache Grenzübertritte zu verbreiten – teilweise sogar gegen Bezahlung.

Instagram-Profile verbreiten irreführende Hoffnungen

Laut einer Untersuchung des BBC-Podcasts „Top Comment“ haben sich mehrere Instagram-Accounts darauf spezialisiert, den gefährlichen Schwimmweg um den Grenzzaun zwischen Marokko und Ceuta zu verherrlichen. In aufwändig inszenierten Posts wird suggeriert, dass die Überquerung einfach und sicher sei. Tatsächlich handelt es sich um eine lebensgefährliche Route mit starken Strömungen und militärischer Überwachung.

EU fordert mehr Verantwortung von Plattformen

Die Europäische Union reagiert auf die Entwicklung und nimmt soziale Medien stärker in die Pflicht. Falschinformationen, die zu Massenbewegungen führen könnten, müssten schneller erkannt und unterbunden werden, heißt es aus Brüssel. Derzeit laufen Faktenchecks, um die verbreiteten Gerüchte über angeblich geöffnete Grenzen oder Sonderregelungen zu entkräften.

Die Lage an der marokkanisch-spanischen Grenze bleibt angespannt. Marokko betont, weiterhin strenge Kontrollen durchzuführen, warnt aber gleichzeitig vor absichtlich geschürten Krisen durch digitale Desinformation.

Quellen: BBC News – World, ARD Tagesschau – Ausland