Ein langer Kampf geht für viele Liebhaber ostdeutscher Zweiräder zu Ende: Ab sofort dürfen nach Deutschland reimportierte Simson-Mopeds, darunter beliebte Modelle wie die Schwalbe KR51/1, wieder mit bis zu 60 km/h fahren. Das gab das Bundesverkehrsministerium am Freitag in Gera bekannt, nach einem Treffen mit den Verkehrsministern der ostdeutschen Länder. Bisher galten strengere Vorschriften für Fahrzeuge, die aus dem Ausland zurückgeholt wurden – sie mussten auf 45 km/h gedrosselt bleiben, was Nutzer als diskriminierend kritisiert hatten.
Das thüringische Verkehrsministerium begrüßt die Entscheidung als „historischen Erfolg für die Kulturgüterpflege und die Mobilitätsgerechtigkeit“. In Thüringen, wo die ehemalige Simson-Werke in Suhl einst Tausende Mopeds produzierten, ist die Freude besonders groß. Zahlreiche Vereine und Oldtimer-Enthusiasten hatten jahrelang für die Angleichung der Regelungen demonstriert. Nun sollen alle reimportierten Simsons, die den technischen Anforderungen entsprechen, ohne zusätzliche Umrüstung die volle Geschwindigkeitsfreigabe erhalten.
Experten sehen in der Entscheidung auch einen Impuls für den Erhalt industrieller Tradition. „Die Simson ist mehr als ein Moped – sie ist Teil unserer Identität“, sagte ein Sprecher des Industriemuseums Suhl. Die neuen Regeln gelten bundesweit, doch besonders in Ostdeutschland, wo viele Fahrzeuge noch in Familienbesitz sind, wird mit einer Renaissance der kleinen Zweiräder gerechnet.
Quellen: MDR – Nachrichten, MDR – Deutschland