Ein wegweisendes Forschungsprojekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena zielt darauf ab, die Lebensqualität von Angehörigen zu verbessern, die Demenzkranke in häuslicher Umgebung betreuen. Die Studie, die bis 2029 läuft, wird systematisch analysieren, welche psychosozialen und strukturellen Unterstützungsangebote besonders wirksam sind. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für Beratungsstellen, Pflegedienste und politische Entscheidungsträger zu entwickeln.
Das Projekt richtet sich an Menschen, die einen Verwandten mit Demenz zu Hause pflegen – eine Gruppe, die oft unter hohem emotionalen und physischen Druck steht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Jena setzen auf eine Kombination aus qualitativen Interviews und quantitativen Erhebungen, um individuelle Belastungen und Bewältigungsstrategien zu erfassen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und Familie.
Prof. Dr. Anja Schuster vom Institut für Psychogerontologie betonte: „Unsere Gesellschaft altert, und damit steigt auch die Zahl der Pflegenden. Wir brauchen tragfähige Lösungen, die diese unsichtbare Arbeit sichtbar machen und entlasten.“ Die Studie wird durch Bundesmittel und Mittel des Freistaats Thüringen gefördert und soll langfristig in neue kommunale Betreuungsmodelle münden.
Quellen: MDR – Nachrichten