Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt erreicht kritisches Niveau

Der Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt hat nach jüngsten Daten ein kritisches Ausmaß erreicht. Wie aus einer Analyse hervorgeht, blieben im vergangenen Jahr 42 Prozent der offenen Stellen unbesetzt, weil geeignete Bewerber fehlten. Damit liegt das Bundesland deutlich über dem Durchschnitt in Mitteldeutschland – in Sachsen und Thüringen konnten jeweils 38,2 Prozent der Stellen nicht gefüllt werden. Der bundesweite Schnitt liegt deutlich darunter.

Die Folgen spüren vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die oft nicht mit attraktiven Gehältern oder flexiblen Arbeitsmodellen konkurrieren können. Branchen wie Industrie, Handwerk und Gesundheitswesen melden besonders hohe Abdeckungsdefizite. Experten warnen, dass der anhaltende Mangel die wirtschaftliche Entwicklung des Landes dauerhaft bremst und Investitionen abschrecken könnte.

Die Landesregierung hat bereits Maßnahmen zur Stärkung der Berufsbildung und zur Zuwanderung von Arbeitskräften beschlossen. Dazu gehören verstärkte Kooperationen mit ausländischen Bildungseinrichtungen und Programme zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Auch die Digitalisierung und Automatisierung werden als langfristige Lösung diskutiert, erfordern jedoch Zeit und Investitionen. Die Wirtschaftskammer warnt davor, die Situation zu unterschätzen, und fordert ein koordiniertes, landesweites Handeln.

Quellen: MDR – Deutschland (DE, 15.08.2026 13:43)