Am Samstagabend eskalierte die Lage in Göttingen nach einer friedlichen Kundgebung von Abtreibungsgegnern. Die Demonstration, an der rund 150 Personen teilnahmen, fand vor dem Hauptbahnhof statt und verlief zunächst ohne Zwischenfälle. Als die Teilnehmer den Versammlungsort verlassen wollten, stürmte eine Gruppe von etwa 50 Gegendemonstranten aus einer Seitengasse und griff die Kundgebenden physisch an.
Die eingesetzten Polizeikräfte reagierten unverzüglich und trennten die Konfliktparteien. Um die aggressive Menge zu kontrollieren, kam Pfefferspray zum Einsatz. Dabei wurden zwei Beamte leicht verletzt, außerdem erlitten drei Demonstranten Reizungen durch das Spray. Verhaftungen blieben laut Polizeiangaben aus, jedoch läuft eine strafrechtliche Prüfung wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs.
Die Stadt Göttingen distanzierte sich in einer Stellungnahme von der Eskalation und betonte die Bedeutung des friedlichen Meinungsaustauschs. Gleichzeitig mahnte Oberbürgermeisterin Petra Broistedt Respekt gegenüber allen gesellschaftlichen Standpunkten an – unter strikter Einhaltung der Gesetze. Die Polizei kündigte verstärkte Präsenz bei zukünftigen Versammlungen im Bahnhofsumfeld an, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.
Quellen: FAZ Online (DE, 15.08.2026 20:58)