Die Zahl der Todesopfer nach dem Bootsunglück auf dem Kariba-See in Simbabwe hat sich auf mindestens 72 erhöht. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden weitere 26 Leichen aus dem Wasser geborgen. Zuvor hatte die offizielle Bilanz bei 68 Toten gelegen, nachdem bereits 22 weitere Leichen am selben Tag gefunden worden waren. Das Unglück ereignete sich am Dienstag, als eine überladene Fähre bei starkem Wind kenterte.
Der See, der die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia bildet, ist bekannt für seine tiefen Gewässer und wechselhaften Wetterbedingungen. Augenzeugenberichten zufolge war das Boot deutlich über die zugelassene Kapazität hinaus beladen, was die Stabilität bei den rauen Seebedingungen stark beeinträchtigte. Rettungskräfte berichteten von chaotischen Zuständen nach dem Kentern, da viele Passagiere nicht über Schwimmwesten verfügten.
Unter den Opfern befinden sich mindestens 18 Kinder, was die Tragödie besonders erschütternd macht. Die Behörden haben inzwischen eine Untersuchung eingeleitet, um die genauen Umstände des Unglücks aufzuklären. Kritiker weisen darauf hin, dass Sicherheitsstandards bei öffentlichen Transportmitteln in ländlichen Gebieten Simbabwes oft unzureichend überwacht werden.
Die Regierung kündigte an, die Sicherheitsvorschriften für Schiffsverkehr auf dem Kariba-See überprüfen zu lassen. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu ähnlichen Unglücken, oft verursacht durch Überladung und mangelnde Wartung der Boote. Die jüngste Katastrophe unterstreicht erneut die Notwendigkeit einer strukturellen Verbesserung des öffentlichen Transports im Land.
Quellen: The Guardian – World, Al Jazeera English