Immer mehr Hamburger Kita-Kinder mit Sprach- und Motorikstörungen

In Hamburg steigt die Zahl der Kinder, die bereits im Kita-Alter auffällig werden – sei es wegen Sprachdefiziten, fehlender sozialer Kompetenz oder motorischer Schwächen. Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse Barmer zeigen immer mehr Vorschulkinder Auffälligkeiten, die eine gezielte Förderung erforderlich machen. Besonders Jungen seien überdurchschnittlich häufig betroffen.

Die Studie analysiert Daten aus ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und hebt hervor, dass viele Kinder bereits vor dem Schuleintritt in Bezug auf ihre Entwicklung ins Hintertreffen geraten. Ursachen liegen laut Experten oft in sozialen Faktoren wie bildungsfernen Familien, mangelndem Sprachkontakt zuhause oder unzureichenden Bewegungsmöglichkeiten. Auch die Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag kleiner Kinder werden als möglicher Risikofaktor diskutiert.

Die Autoren der Studie fordern daher frühzeitige und flächendeckende Interventionen. Dazu zählen regelmäßige Entwicklungschecks in Kitas, stärkere Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Erzieherinnen und Therapeuten sowie bessere Zugänge zu logopädischer und ergotherapeutischer Versorgung. Die Hamburger Senatsverwaltung für Gesundheit und Bildung hat die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und kündigte an, bestehende Programme zur Früherkennung auszuweiten.

Ein Sprecher betonte, dass Hamburg bereits Vorreiter in der kindlichen Förderung sei, aber Handlungsbedarf bleibe – insbesondere in benachteiligten Stadtteilen. Ziel müsse es sein, Chancengleichheit von Anfang an sicherzustellen, bevor sich Entwicklungsverzögerungen verfestigen.

Quellen: Welt Online