Ein prominentes Duo aus Journalismus und Zivilgesellschaft in Mali ist zu je sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil sie die herrschende Militärjunta öffentlich kritisiert hatten. Wie die französische Auslandsrundfunkanstalt France 24 berichtet, wurde der bekannte malinesische Fernsehmoderator Mohamed Youssouf Bathily gemeinsam mit der Aktivistin und Social-Media-Influencerin Rokia Doumbia am Montag vom Gericht in Bamako für schuldig befunden.
Den beiden wurde von der Staatsanwaltschaft ‚kriminelle Verschwörung‘ und ‚Herabwürdigung des Staates‘ vorgeworfen. Die Anklage basierte auf öffentlichen Äußerungen und Beiträgen in sozialen Medien, in denen sie die Autorität und Politik der seit dem Putsch 2021 regierenden Militärführung infrage stellten. Die Urteile wurden am selben Tag verkündet und lösten bei Menschenrechtsorganisationen und Pressefreiheitsinitiativen internationale Empörung aus.
Beobachter sehen in dem Urteil einen weiteren Schritt zur Einschränkung der Meinungsfreiheit in Mali. Seit dem Militärputsch im August 2020 und einem zweiten im Mai 2021 hat die Übergangsregierung wiederholt kritische Stimmen aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft unterdrückt. Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle berichten von Überwachung, Verhaftungen und eingeschränktem Zugang zu öffentlichen Informationen.
Die Verurteilung von Bathily und Doumbia unterstreicht die angespannte Lage der Pressefreiheit im westafrikanischen Land. Die Organisation Reporter ohne Grenzen stuft Mali regelmäßig auf ihrer Rangliste der Pressefreiheit weit abgeschlagen ein. Die jetzige Strafe könnte als abschreckendes Signal an andere Kritiker der Regierung wirken.
Quellen: France 24 – Africa