Namibia: Wirtschaftsexperte fordert umfassende Reform des Wohnungssektors

Der namibische Wirtschaftswissenschaftler Martin Mwinga hat in einem am Juli 2026 veröffentlichten politischen Forschungspapier umfassende Reformen im Wohnungsbereich gefordert. Laut Mwinga reicht es nicht aus, einfach mehr Wohnungen zu bauen, um die tiefsitzende Wohnkrise des Landes zu lösen. Vielmehr müsse der gesamte Sektor neu organisiert werden, da aktuell verschiedene Teile des Systems nicht effektiv zusammenarbeiten.

Mwinga betont, dass strukturelle Defizite in der Planung, Finanzierung und Koordination zwischen Regierungsbehörden sowie privaten Akteuren die Bemühungen behindern. Insbesondere fehle es an integrierten Strategien, die sowohl soziale, wirtschaftliche als auch räumliche Aspekte berücksichtigen. Ohne eine sektorübergreifende Zusammenarbeit und politische Klarheit werde jede Baumaßnahme nur eine kurzfristige Linderung bringen, nicht aber eine nachhaltige Lösung.

Die Wohnungsnot ist in Namibia besonders in städtischen Zentren wie Windhoek, Walvis Bay und Oshakati akut. Tausende Haushalte leben in informellen Siedlungen ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Experten sehen in Mwingas Papier einen wichtigen Impuls für politische Entscheidungsträger, die Rahmenbedingungen für Wohnraum neu zu denken – weg von reinen Bauprojekten hin zu ganzheitlichen Entwicklungsansätzen.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, New Era