Grünen-Fraktionschefin in Mecklenburg-Vorpommern tritt nach Belästigungsvorwürfen zurück

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Constanze Oehlrich, hat ihr Amt überraschend niedergelegt. Der Rücktritt erfolgt nur wenige Wochen vor der anstehenden Landtagswahl und wirft Fragen zur Stabilität der Partei im Bundesland auf. Hintergrund der Entscheidung sind Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der verbalen Belästigung eines jüngeren Kollegen, die bereits 2025 erhoben wurden.

Oehlrich weist die Anschuldigungen bis heute als „unbegründet“ und „frei erfunden“ zurück. In einer Stellungnahme betonte sie, dass ihr Rückzug nicht auf einen neuen Sachverhalt beruhe, sondern aus „anhaltender persönlicher Belastung“ resultiere. Ein internes Schreiben, das der Welt vorliegt, hatte die Debatte erneut angeheizt und letztlich zu ihrem endgültigen Rückzug geführt.

Seit mehr als zwei Jahren leitete Oehlrich die grüne Landtagsfraktion in Schwerin. Ihr Ausscheiden stellt die Partei kurz vor der Wahl vor eine schwierige Lage. Die Bundesführung der Grünen betont indes, dass die Glaubwürdigkeit im Umgang mit Machtmissbrauchsvorwürfen oberste Priorität habe. Claudia Müller, Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, soll nun stärker in den Fokus rücken.

Die Opposition nutzt den Vorfall für Kritik: Die CDU spricht von einem Vertrauensverlust und fordert mehr Transparenz im Umgang mit internen Konflikten. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die Affäre auf das Wahlergebnis auswirken wird, das für Ende September erwartet wird.

Quellen: ntv – Nachrichten, T-Online Nachrichten, Spiegel Online – Deutschland, Welt Online, Der Tagesspiegel