Schätzungsweise 50.600 Äthiopier haben im ersten Quartal des Jahres 2026 das Land verlassen, hauptsächlich über die sogenannte östliche Route nach Jemen und Saudi-Arabien. Laut einem neuen Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) treibt wirtschaftliche Not sowie mangelnde Perspektiven die Abwanderungswelle an.
Viele Migranten suchen trotz erheblicher Risiken nach besseren Lebensbedingungen im Ausland. Die IOM beobachtet zunehmend die Nutzung alternativer, oft gefährlicherer Routen, da traditionelle Pfade stärker kontrolliert werden. Diese Umwege erhöhen die Anfälligkeit für Ausbeutung durch Menschenschmuggler, darunter Erpressung, Zwangsarbeit und Gewalt.
Die Studie dokumentiert zahlreiche Fälle von Misshandlungen entlang der Migrationsrouten, insbesondere in Transitländern wie Dschibuti und Jemen. Besonders betroffen sind junge Männer aus ländlichen Gebieten, aber auch Frauen und minderjährige Flüchtlinge zählen zu den Migranten. Die äthiopische Regierung steht vor der Herausforderung, nicht nur die Ursachen der Abwanderung anzugehen, sondern auch Rückkehrprogramme und Schutzmechanismen auszubauen.
Experten fordern verstärkte regionale Zusammenarbeit, um Schlepperstrukturen zu bekämpfen und legale Migrationswege zu schaffen. Gleichzeitig mahnen Hilfsorganisationen zur Unterstützung traumatisierter Rückkehrer und zur Verbesserung der Aufklärung über die Risiken illegaler Migration innerhalb Äthiopiens.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia