Die wirtschaftlichen Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten treffen auch Somalia schwer. Durch gestörte Handelsrouten und Unterbrechungen bei der Lieferung von Grundnahrungsmitteln aus dem Golfraum steigen die Preise in Mogadischu und anderen Städten dramatisch an. Besonders betroffen sind Importgüter wie Reis, Pflanzenöl und Mehl, die zu einem Großteil über Häfen im Golf eingeführt werden.
„Wir versuchen jeden Tag, genug Geld zu verdienen, um die Nacht zu überstehen“, berichtete ein Händler aus Mogadischu gegenüber The New Humanitarian. Viele Haushalte, die ohnehin unter Armut leiden, müssen nun zusätzliche Einschnitte vornehmen. Laut lokalen Händlern hat sich der Preis für einen Sack Reis seit Anfang des Jahres um mehr als 30 Prozent erhöht, während die Einkommen weitgehend stagnieren.
Die Abhängigkeit Somalias von Lebensmittelimporten macht das Land besonders anfällig für globale Handelsstörungen. Über 90 Prozent der Grundnahrungsmittel werden importiert, oft über indirekte Routen, die durch politische Spannungen im Golf beeinträchtigt werden. Logistikunternehmen berichten von Verzögerungen bei der Freigabe von Fracht und erhöhten Versicherungskosten, was sich direkt auf die Endpreise auswirkt.
Experten warnen, dass die Verschärfung der wirtschaftlichen Lage zu weiterer sozialer Unruhe führen könnte, insbesondere in überfüllten Flüchtlingslagern und informellen Siedlungen. Die somalische Regierung hat bislang keine konkreten Maßnahmen zur Milderung der Krise angekündigt, während internationale Hilfsorganisationen ihre Verteilungskapazitäten überprüfen.
Quellen: AllAfrica – Business