Ein im Greifswalder Bodden gefundener Buckelwal ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen an einer schweren bakteriellen Infektion gestorben. Die Untersuchung des etwa zwölf Meter langen männlichen Wals ergab, dass er an einer Sepsis litt, die durch Abszesse im Körperinneren begleitet wurde. Zudem deuten Befunde darauf hin, dass das Tier sich über einen längeren Zeitraum in einem Zustand fortgeschrittener Unterernährung befand.
Der Wal war erstmals Anfang August nahe der Insel Rügen gesichtet worden, bevor sein toter Körper im flachen Gewässer des Greifswalder Boddens trieb. Forscher vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund betonen, dass solche Vorkommnisse zwar selten, aber nicht gänzlich ungewöhnlich seien. Buckelwale gelangen gelegentlich in die Ostsee, obwohl dies nicht ihr typisches Verbreitungsgebiet ist. Die genaue Ursache dafür, warum sich das Tier so weit von seinen üblichen Lebensräumen entfernte, bleibt ungeklärt.
Die Sichtungen vor seinem Auffinden legen nahe, dass der Buckelwal bereits seit Tagen beobachtet wurde – möglicherweise in einem geschwächten Zustand. Die Behörden warnen jedoch davor, vorschnell Zusammenhänge mit menschlichen Aktivitäten wie Schifffahrt oder Umweltverschmutzung herzustellen, ohne weitere Daten vorliegen zu haben. Eine abschließende toxikologische Analyse soll Klarheit über mögliche Umweltgifte oder Plastikbelastung liefern.
Das tote Tier wird nun konserviert und könnte zukünftig für wissenschaftliche Studien oder als Exponat im Meeresmuseum dienen. Der Vorfall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf den Zustand der Ostsee und die Auswirkungen des Klimawandels auf wandernde Meeressäugerpopulationen.
Quellen: ntv – Nachrichten, Der Tagesspiegel, FAZ Online