In der Debatte um die zunehmende Überlastung von Lehrkräften setzt das Bundesland Bremen auf eine eigenständige, landesweite Lösung: Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, in denen Gewerkschaften wie die GEW eigene Erfassungstools initiieren, hat Bremen bereits ein offizielles System zur Zeiterfassung für Lehrkräfte etabliert. Dieses wird vom Land selbst gesteuert und dient der Analyse der tatsächlichen Arbeitsbelastung an Schulen.
Das System erfasst nicht nur Präsenzstunden im Klassenzimmer, sondern auch Vor- und Nachbereitungszeiten, Sitzungen, Fortbildungen und administrative Aufgaben. Die erhobenen Daten fließen in die Personalplanung und sollen helfen, strukturelle Überlastungen sichtbar zu machen und gezielt gegenzusteuern. Bildungspolitiker in Bremen betonen, dass Transparenz der Schlüssel zur nachhaltigen Entlastung sei.
Im Unterschied zur neuen GEW-App „LehrZeit!“ in Berlin, die als Protest- und Druckinstrument gedacht ist, versteht Bremen seine Zeiterfassung als kooperative Maßnahme zwischen Schule, Schulamt und Senatsverwaltung. Kritiker warnen jedoch davor, dass bloße Datenerhebung allein nicht reiche – es brauche strukturelle Verbesserungen wie mehr Personal und entlastete Arbeitsmodelle. Dennoch gilt Bremen als Vorreiter bei der systematischen Erfassung der Lehrerbelastung auf Ebene der Landesregierung.
Quellen: heise online