Das Hohe Gericht von Accra, Abteilung für Menschenrechte, hat am Dienstag entschieden, dass die Suspendierung der Schachspielerin und Instructorin Miracle Morris Stephen durch die Ghana Chess Association (GCA) rechtswidrig war und damit aufgehoben wird. Die GCA hatte Stephen zuvor von allen schachbezogenen Aktivitäten im Land ausgeschlossen, was nun vom Gericht als Verstoß gegen ihre beruflichen und sportlichen Rechte eingestuft wurde.
Richter Justice Adwoa Boakye betonte in ihrer Urteilsbegründung, dass die GCA bei ihrer Entscheidung gegen interne Verfahrensregeln verstoßen habe und Stephen kein faires Anhörungsrecht eingeräumt wurde. Das Gericht wies darauf hin, dass solche Maßnahmen, wenn sie ohne transparente Begründung oder rechtmäßige Grundlage erfolgen, die Prinzipien des Rechtsstaats untergraben – auch in Sportverbänden.
Zusätzlich zur Aufhebung der Sperre verurteilte das Gericht die GCA zur Zahlung von 25.000 Ghanaiischen Cedis (GHS) an Stephen als moralische und finanzielle Wiedergutmachung. Die Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen für die Governance von Sportorganisationen in Ghana haben, da sie verdeutlicht, dass deren Entscheidungen gerichtlich überprüfbar sind.
Miracle Morris Stephen ist nicht nur aktive Spielerin, sondern auch Trainerin und engagiert sich stark in der Förderung von Schach bei Jugendlichen, insbesondere Mädchen. Ihre Suspendierung hatte in der lokalen Schachgemeinschaft große Kritik ausgelöst. Nun begrüßt sie das Urteil als Sieg für Transparenz und Fairness im Sport.
Quellen: AllAfrica – Ghana