Senegals erstes elitäres Mädchen-Internat auf Gorée-Insel bricht patriarchale Normen

Auf der symbolträchtigen Gorée-Insel, einem ehemaligen Zentrum des transatlantischen Sklavenhandels vor der Küste Dakars, hat Senegal ein wegweisendes Bildungsprojekt gestartet: die Mariama-Ba-Schule of Excellence. Als erstes staatliches Elite-Internat ausschließlich für Mädchen bietet es 35 talentierten Schülerinnen kostenfreien Unterricht und Vollverpflegung – vollständig finanziert vom senegalesischen Staat.

Die Schule ist benannt nach der berühmten senegalesischen Autorin und Pionierin der Frauenbildung Mariama Bâ und verfolgt das Ziel, jungen Frauen in einem überwiegend muslimisch geprägten Land neue Bildungschancen zu eröffnen. Mit einer Abiturquote von 100 Prozent seit ihrer Gründung gilt die Einrichtung bereits jetzt als Erfolgsmodell. Die Schülerinnen werden nicht nur akademisch gefördert, sondern auch ermutigt, gesellschaftliche Erwartungen an Frauen zu hinterfragen und Führungspositionen anzustreben.

Das Projekt steht im Einklang mit den Reformbemühungen der Regierung unter Präsident Bassirou Diomaye Faye, Bildung und Geschlechtergleichheit stärker in den Mittelpunkt der nationalen Entwicklungspolitik zu rücken. Die Lage der Schule auf Gorée verleiht dem Vorhaben eine tiefe symbolische Bedeutung: An einem Ort der historischen Unterdrückung entsteht heute eine Institution der Empowerment und Zukunftsgestaltung für junge Frauen.

Quellen: France 24 – Africa