Der Plagiatsverdacht gegen Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) nimmt konkrete Formen an. Wenige Wochen vor der entscheidenden Landtagswahl hat Badenberg selbst die Universität Köln gebeten, ihre Doktorarbeit auf Unregelmäßigkeiten zu überprüfen. Die Anfrage bestätigte ein Sprecher des Senats gegenüber dem Tagesspiegel.
Die Vorwürfe tauchten erstmals in wissenschaftlichen Kreisen und sozialen Medien auf, nachdem Nutzerinnen und Nutzer systematische Ähnlichkeiten zwischen Passagen ihrer Dissertation und bereits publizierten Texten identifizierten. Obwohl noch keine formelle Anklage oder offizielle Bestätigung eines Verstoßes vorliegt, wirft der Fall bereits Schatten auf den Wahlkampf der Berliner CDU, die sich bislang als stärkste Kraft im Rennen um das Abgeordnetenhaus präsentiert.
Ein unabhängiger Plagiatscheck durch die Universität Köln könnte nun Klarheit schaffen. Solche Gutachten dauern in der Regel mehrere Wochen – was bedeutet, dass die Ergebnisse möglicherweise erst nach der Wahl vorliegen. Dennoch signalisiert Badenbergs Schritt eine proaktive Reaktion auf den wachsenden öffentlichen Druck.
Die Affäre erinnert an frühere Skandale um hochrangige Politikerinnen und Politiker, deren Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen entzogen wurden. Für Berlin könnte der Fall besonders brisant sein, da die Glaubwürdigkeit der Amtsinhaber im Fokus steht – nicht zuletzt im Kontext einer zunehmend polarisierten politischen Landschaft.
Quellen: Der Tagesspiegel