Die Einschulung ist in Brandenburg längst mehr als ein schulischer Meilenstein – sie ist ein Fest. Und dabei stehen zunehmend nicht mehr nur die traditionellen Zuckertüten im Mittelpunkt, sondern kunstvoll gestaltete Torten. Von Ritterburgen über Schultüten aus Schokolade bis hin zu Motiven mit Lieblingsfiguren: Die Nachfrage nach essbaren Hinguckern steigt kontinuierlich.
Konditoreien in Städten wie Potsdam, Cottbus und Brandenburg an der Havel berichten von vollem Einsatz in den Tagen vor dem Schulstart. „Wir haben in diesem Jahr doppelt so viele Bestellungen wie letztes Jahr“, sagt eine Bäckermeisterin aus Potsdam, deren Backstube rund um die Uhr arbeitet, um alle Aufträge pünktlich zu liefern.
Die Motive spiegeln die Interessen der Erstklässler wider: Piratenschiffe, Prinzessinnenburgen oder Tüten, die wie Smartphones geformt sind. Auch nachhaltige Alternativen gewinnen an Bedeutung – etwa Torten aus regionalen Zutaten oder solche, die komplett essbar sind, inklusive der Dekoration. „Eltern wollen nicht nur beeindrucken, sondern auch Wert auf Qualität und Umweltfreundlichkeit legen“, so eine Veranstaltungsplanerin aus Frankfurt (Oder).
Doch nicht alle begrüßen den Trend. Kritiker sehen darin einen zunehmenden Konsumdruck, der den ursprünglichen Sinn der Einschulung überlagert. „Es geht um den Start ins Schul Leben, nicht um die perfekte Torte“, mahnt eine Grundschullehrerin aus Neuruppin. Dennoch: Für viele Familien ist die Torte mittlerweile ein fester Bestandteil des Feierstags – und ein willkommener Anlass, um gemeinsam zu feiern.
Quellen: Der Tagesspiegel