Im östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo hat sich ein schattenhaftes Wirtschaftssystem etabliert, das den anhaltenden Konflikt nährt, anstatt ihn zu beenden. An einem Checkpoint zwischen Miba und dem Kachanga-Hügel im Fizi-Gebiet kontrollieren Soldaten der kongolesischen Armee den Transport von Mineralerz – und kassieren dabei systematisch Schmiergeld. Für jeweils 50 Cent pro Fahrrad lassen sie Transporteure passieren, die täglich bis zu 4.000 Mal die Grenze zwischen den Kontrollpunkten überqueren.
Tausende Dollar täglich für Soldaten
Laut Beobachtern fließen so mindestens 2.000 US-Dollar pro Tag in die Taschen uniformierter Soldaten – Geld, das offiziell nicht verbucht wird und außerhalb staatlicher Kontrolle bleibt. Die Armee, die von internationalen Partnern unterstützt wird, um bewaffnete Gruppen wie die M23-Miliz zu bekämpfen, beteiligt sich damit indirekt an einem lukrativen illegalen Handel. Dieser finanziert nicht nur die Soldaten selbst, sondern untergräbt auch die staatliche Autorität und perpetuiert die Instabilität in der Region.
Mineralhandel als Kriegstreiber
Die Region ist reich an Bodenschätzen wie Coltan, Zinn und Gold, die weltweit für Elektronik und Batterien benötigt werden. Der illegale Abbau und Transport dieser Rohstoffe durch Kleinhändler auf Fahrrädern ist ein weit verbreitetes Phänomen. Anstatt den Handel zu regulieren oder zu unterbinden, nutzen staatliche Akteure wie die Armee die Chaoslage für eigene Zwecke. Dieses System aus Korruption und Profitinteressen verhindert eine dauerhafte Lösung des Konflikts, der seit Jahrzehnten Tausende Todesopfer fordert und die Bevölkerung vertrieben hat.
Quellen: AllAfrica – Central Africa, AllAfrica – Business