Der Rückgang amerikanischer Hilfsgelder für HIV-Programme in Nigeria hat nach Berichten lokaler Medien zu erheblichen Versorgungsengpässen geführt. Zahlreiche Patienten haben nach Angaben von Premium Times den Zugang zu kostenlosen Antiretroviraltherapien verloren, was dazu führt, dass sich einige von ihnen an religiöse Heiler wenden – trotz fehlender wissenschaftlicher Belege für deren Methoden.
Die US-Regierung hatte kürzlich ihre Auslandshilfe für globale Gesundheitsprogramme gekürzt, wodurch Programme wie PEPFAR (President’s Emergency Plan for AIDS Relief) in Nigeria erheblich beeinträchtigt wurden. Laut Berichten wurden Lieferungen von Medikamenten unterbrochen, und viele Kliniken in ländlichen Gebieten konnten die Behandlung von Tausenden Betroffener nicht fortsetzen.
Experten warnen vor einer möglichen Zunahme von HIV-Übertragungen und Resistenzen, falls die Versorgung nicht schnellstens sichergestellt wird. Die nigerianische Regierung bemüht sich zwar um alternative Finanzierungswege, doch Experten befürchten, dass die bestehenden Systeme überfordert sind. Gleichzeitig warnen Ärzte vor den Gefahren, die von sogenannten ‚Heilungen‘ durch Glaubensheiler ausgehen, die oft psychologisch und finanziell ausnutzen.
Die WHO und lokale NGOs rufen zu einer raschen Mobilisierung internationaler Unterstützung auf, um die Fortschritte im Kampf gegen HIV/AIDS in Nigeria nicht zu gefährden. Über 1,8 Millionen Menschen in dem Land leben mit HIV, von denen viele auf regelmäßige Medikamente angewiesen sind, um das Virus zu kontrollieren.
Quellen: Premium Times Nigeria, AllAfrica – West Africa