Für Bienen wird der Spätsommer in Sachsen-Anhalt zur existenziellen Herausforderung. Forschende aus Halle und Großbritannien zeigen, dass die Nahrungsknappheit in dieser Jahreszeit eine der größten Bedrohungen für Bienenvölker darstellt. Blütenreiche Wiesen werden zunehmend durch Monokulturen verdrängt, was die Nahrungsgrundlage der Insekten stark reduziert.
Die Gestaltung der Agrarlandschaft spielt dabei eine entscheidende Rolle. Große, zusammenhängende Ackerflächen bieten Bienen kaum Nahrung außerhalb der Hauptblütezeiten. Gleichzeitig steigern Parasiten wie die Varroa-Milbe den Druck auf die Völker, besonders wenn die Tiere bereits geschwächt sind. Immer mehr Imker im Land berichten von erhöhten Verlusten in den Herbstmonaten.
Wissenschaftler aus Halle betonen, dass strukturelle Veränderungen notwendig seien: mehr Blühflächen, eine vielfältigere Fruchtfolge und der Erhalt von Biotopen könnten helfen, den Bienen das Überleben im Spätsommer zu sichern. Die Situation unterstreicht die Verflechtung von Landwirtschaft, Umwelt und Biodiversität – ein Thema, das auch über die Grenzen des Bundeslandes hinausreicht. In Sachsen-Anhalt jedoch, mit seiner stark agrarisch geprägten Landschaft, wird die Krise der Bienen besonders deutlich.
Quellen: MDR, T-Online Nachrichten