In einem bemerkenswerten Zeichen der Resilienz hat ein Open-Air-Kino im von Kämpfen gezeichneten Khartoum Filmabende für Anwohner wiederbelebt. Trotz der angespannten Sicherheitslage und des andauernden Bürgerkriegs strömen Familien zu den Vorführungen, um dem alltäglichen Leid und der Gewalt für einige Stunden zu entkommen. Die Veranstaltung findet im Freien statt, wo Projektoren auf improvisierten Leinwänden populäre Filme zeigen – eine seltene Gelegenheit zur Gemeinschaft und Unterhaltung.
Die Initiatoren des Kinoabends betonen, dass es nicht um Unterhaltung um ihrer selbst willen gehe, sondern um psychosoziale Erleichterung. ‚Viele Menschen, besonders Kinder, haben monatelang nur Angst, Dunkelheit und Einsamkeit erlebt‘, sagte ein lokaler Organisator gegenüber Al Jazeera. ‚Ein einfacher Film kann ihnen zeigen, dass das Leben auch Freude kennt.‘ Die Stimmung sei geprägt von Vorsicht, aber auch von Hoffnung – ein Gefühl, das in weiten Teilen des Landes selten geworden ist.
Die Kinoveranstaltung steht symbolisch für die zähe Zivilgesellschaft des Sudan, die auch unter extremen Bedingungen kulturelle Räume bewahrt. Während internationale Aufmerksamkeit vor allem auf militärischen und humanitären Aspekten liegt, zeigen solche Initiativen, dass der Wille zur Normalität und zum friedlichen Zusammenleben weiterlebt – selbst in einer Stadt, die zu einem der Epizentren des Konflikts geworden ist.
Quellen: Al Jazeera English