Die anhaltenden Kämpfe in der sudanesischen Region Kordofan haben seit Ende 2025 zu einer massiven Vertreibung von Zivilisten geführt. Nach Angaben von Al Jazeera sind mindestens 200.000 Menschen innerhalb weniger Monate aus ihren Heimatorten geflohen, um Schutz in relativ sicheren Gebieten wie der Stadt El Obeid zu suchen. Die Region bleibt ein zentraler Schauplatz der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Militärfraktionen, die den Sudan seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2023 erschüttern.
Die Fluchtbewegungen konzentrieren sich vor allem auf städtische Zentren, die selbst unter massivem Versorgungsdruck stehen. In El Obeid kommen Tausende in überfüllten Lagern oder bei Gastfamilien unter, während humanitäre Organisationen vor erheblichen logistischen Hürden stehen. Mangel an Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung verschärfen die Krise. Internationale Hilfsagenturen warnen vor einer eskalierenden humanitären Katastrophe, besonders im Hinblick auf die anstehende Regenzeit, die den Zugang zu abgelegenen Gebieten weiter erschweren könnte.
Die jüngsten Eskalationen in Kordofan verdeutlichen erneut, wie tief der Sudan in der Krise steckt. Trotz vereinzelter Vermittlungsversuche bleibt eine politische Lösung des Konflikts zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ausständig. Die Zivilbevölkerung zahlt den Preis – mit Vertreibung, Armut und existenzieller Unsicherheit.
Quellen: Al Jazeera English