Trotz einer streng glutenfreien Ernährung leiden viele Menschen mit Zöliakie weiterhin unter chronischen Darmproblemen wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Forschende der Universitätsmedizin Mainz in Rheinland-Pfalz arbeiten nun an einem innovativen Ansatz, um gezieltere Therapien gegen diese Autoimmunerkrankung zu entwickeln. Dabei setzen sie auf genetisch veränderte Mäuse, die menschliche Immunmerkmale aufweisen und so die Reaktion auf Gluten präziser nachstellen können.
Neue Medikamente im Fokus
Die Wissenschaftler nutzen diese Tiermodelle, um den komplexen Krankheitsverlauf besser zu verstehen und neue Wirkstoffe zu testen. Ziel ist es, Medikamente zu entwickeln, die nicht nur die Symptome lindern, sondern auch den immunologischen Auslöser direkt beeinflussen. Aktuell gibt es noch keine zugelassenen pharmazeutischen Therapien gegen Zöliakie – die glutenfreie Diät bleibt die einzige Behandlungsoption.
Regionale Forschung mit internationalem Anspruch
Das Projekt in Mainz ist Teil eines breiteren Forschungsnetzwerks und könnte zukünftig auch für andere Autoimmunerkrankungen von Bedeutung sein. Die Arbeit unterstreicht die Bedeutung Rheinland-Pfalzes als Standort für biomedizinische Spitzenforschung. Die Forschenden betonen, dass Tierversuche unter strengen ethischen Richtlinien erfolgen und unverzichtbar seien, um den Sprung in klinische Studien am Menschen vorzubereiten.
Quellen: FAZ Online