Erdrutsch auf Mülldeponie in Conakry: Mindestens 30 Tote nach schwerem Regen

Ein verheerender Erdrutsch auf einer riesigen Mülldeponie in Conakry, der Hauptstadt Guineas, hat am Sonntag mindestens 30 Menschen getötet. Laut Regierungsangaben brach der Abfallberg nach tagelangem Starkregen in sich zusammen und begrub zahlreiche nahegelegene Behausungen unter sich. Die Behörden bestätigten die Todesopfer und berichteten von mehreren Verletzten, während Rettungskräfte noch immer nach Vermissten in den Trümmern suchen.

Die betroffene Deponie, eine der größten in der Stadt, war bereits seit Jahren ein Sicherheitsrisiko. In unmittelbarer Nähe hatten sich zahlreiche Menschen in provisorischen Unterkünften angesiedelt, um in der Müllwirtschaft zu arbeiten oder von wiederverwertbaren Materialien zu leben. Trotz wiederholter Warnungen vor den Gefahren lebten Hunderte direkt am Fuße des instabilen Müllbergs. Erst vor weniger als einer Woche hatte ein Minister angekündigt, die Deponie in naher Zukunft zu schließen und umzulagern – doch die Maßnahme kam zu spät.

Augenzeugen berichteten von Chaos und Verzweiflung nach dem Einsturz. „Plötzlich hörten wir ein lautes Rumpeln, dann stürzte alles in sich zusammen“, sagte ein Überlebender gegenüber lokalen Medien. Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig, da schwere Geräte nur eingeschränkt vor Ort sind und die Zugangswege durch Schlamm und Trümmer blockiert sind. Internationale Hilfsorganisationen prüfen derzeit, wie sie unterstützen können.

Die Katastrophe wirft erneut ein Schlaglicht auf die mangelhafte städtische Infrastruktur und Abfallentsorgung in vielen afrikanischen Großstädten. In Conakry fehlt es an regulären Müllabfuhrsystemen, was dazu führt, dass Deponien über Jahre hinweg unkontrolliert wachsen. Experten fordern dringend langfristige Lösungen, um weitere Unglücke zu verhindern.

Quellen: FAZ Online, ARD Tagesschau – Ausland, The Guardian – World, Al Jazeera English, BBC News – World, BBC News – Africa