Mauretanische und senegalesische Sicherheitskräfte haben in den vergangenen Tagen mehrere hundert Migranten aufgegriffen, die versucht hatten, in überfüllten Booten die etwa 1500 Kilometer lange Strecke zu den spanischen Kanarischen Inseln zu bewältigen. Die Aktion ist Teil verstärkter Bemühungen beider Länder, die illegale Migration über den Atlantik einzudämmen, die immer wieder mit schweren Unfällen und Todesfällen verbunden ist.
Die sogenannte „Kanaren-Route“ hat sich in den letzten Jahren zu einer der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt entwickelt. Laut internationalen Beobachtern sterben bei der Überfahrt regelmäßig Menschen durch Schiffbruch, Dehydrierung oder Unterversorgung. Trotz der Risiken bleibt die Route für viele aus Westafrika attraktiv, da sie als Zugang zur Europäischen Union gilt.
Die mauretanischen Behörden berichten von mehreren Razzien entlang der Küste und der Abfangung von Booten kurz nach dem Ablegen. Zusammen mit senegalesischen Kräften wurden laut offiziellen Angaben insgesamt über 500 Migranten gestoppt, darunter auch Minderjährige. Die Betroffenen werden vorübergehend in Auffanglagern untergebracht, bevor sie in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden sollen.
Experten warnen, dass die Abschottung allein keine nachhaltige Lösung darstelle. Hinter der Migration stünden strukturelle Probleme wie Armut, fehlende Perspektiven und instabile politische Verhältnisse in vielen Herkunftsländern. Internationale Organisationen fordern daher eine stärkere Unterstützung für Entwicklung und legale Migrationswege in der Region.
Quellen: FAZ Online