Lesotho und Südafrika sperren Vermögen im Millionenbetrug im Bekleidungssektor

Die Justizbehörden von Lesotho und Südafrika haben gemeinsam Maßnahmen zur Sicherstellung von Vermögenswerten in einem millionenschweren Betrugsfall im Bekleidungssektor eingeleitet. Wie aus einem Bericht von GroundUp hervorgeht, wurden Anfang August 2026 gerichtliche Anordnungen erlassen, um die Vermögenswerte im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Schwindelaffäre im Wert von 700 Millionen südafrikanischen Rand (ca. 35 Millionen Euro) vorläufig zu sperren.

Die Entscheidung folgt auf zwei Einziehungsbeschlüsse, die bereits im Mai 2026 von den zuständigen Gerichten in beiden Ländern erlassen wurden. Diese sollten ursprünglich zur Rückführung des veruntreuten Kapitals beitragen, wurden jedoch durch formelle Berufungsverfahren vorläufig ausgesetzt. Die genauen Gründe für die Berufung wurden bislang nicht öffentlich gemacht, doch Experten vermuten, dass juristische Schlupflöcher und komplexes grenzüberschreitendes Eigentumsrecht die Durchsetzung der Urteile erschweren.

Der Betrug dreht sich um ein vorgeblich entwicklungsorientiertes Projekt in der Bekleidungsindustrie, das Arbeitsplätze in Lesotho schaffen sollte. Stattdessen soll das Kapital durch Scheinfirmen und gefälschte Verträge abgezweigt worden sein. Die Ermittlungen laufen seit mehreren Jahren, doch die grenzüberschreitende Natur des Falls erschwert die strafrechtliche Verfolgung.

Die Zusammenarbeit zwischen den Justizsystemen von Lesotho und Südafrika gilt als entscheidend für die Aufklärung. Beobachter hoffen, dass die vorläufige Sperrung der Vermögenswerte zumindest verhindert, dass weitere Mittel versteckt oder gewaschen werden, während die Berufungsverfahren laufen.

Quellen: AllAfrica – Southern Africa, AllAfrica – South Africa