Mali: Übergangsregierung sucht enge Sicherheitskooperation mit Algerien

Der kommissarische Premierminister Malis, General Abdoulaye Maiga, hat am Montag einen zweitägigen offiziellen Besuch in Algerien begonnen. Der Besuch gilt als bedeutender Schritt zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern, die in den vergangenen Monaten durch politische Differenzen und regionale Spannungen belastet waren. Ziel der Gespräche ist die Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich der Sicherheitspolitik, angesichts anhaltender Bedrohungen durch bewaffnete Gruppen im westafrikanischen Sahelraum.

Experten sehen in der Annäherung ein strategisches Signal. Bakary Sambe, Direktor des Timbuktu-Instituts, erklärte im Gespräch mit RFI, dass eine enge Kooperation mit Algerien für Mali von entscheidender Bedeutung sei. Algerien verfüge über umfangreiche Erfahrungen im Kampf gegen islamistischen Extremismus und könne als regionaler Akteur wichtige Unterstützung leisten. Zudem biete die geografische Lage des Landes eine strategische Brücke zwischen Nordafrika und der Sahelzone.

Die malische Übergangsregierung, die seit dem Militärputsch von 2020 das Land führt, sucht zunehmend Verbündete außerhalb traditioneller westlicher Partner. Durch die Annäherung an Algerien könnte Mali seine diplomatische Isolation verringern und gleichzeitig Zugang zu neuen Sicherheitsressourcen und regionalen Netzwerken erhalten. Beobachter erwarten, dass die Gespräche auch die Rolle der G5-Sahel-Staaten und die Koordination mit anderen nordafrikanischen Ländern im Kampf gegen Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität betreffen werden.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – North Africa