Die sudanesische Armee (SAF) hat scharf auf Äußerungen eines US-Sonderbeauftragten reagiert, der ein mögliches Waffenembargo gegen das Land im Rahmen einer UN-Resolution vorgeschlagen hat. Massad Boulos, Sonderbotschafter unter der Trump-Regierung, forderte Maßnahmen zur Eindämmung des Drohneneinsatzes, der der sudanesischen Armee in ihrem Konflikt mit den Rapid Support Forces (RSF) einen entscheidenden taktischen Vorteil verschafft hat. Die SAF bezeichnete den Vorschlag als ungerechtfertigte Einmischung und drohte mit einer Verschlechterung der bilateralen Beziehungen.
Seit Beginn des Bürgerkriegs im April 2023 hat die SAF intensiv auf bewaffnete Drohnen gesetzt, viele davon mit Unterstützung verbündeter Staaten. Diese Technologie ermöglichte präzise Angriffe auf RSF-Stellungen, insbesondere in städtischen Gebieten wie Khartum. Ein internationales Waffenembargo könnte diese Fähigkeiten erheblich einschränken – besonders, wenn es den Import von Drohnenkomponenten oder Munition betrifft.
Die US-Seite argumentiert, dass der unkontrollierte Einsatz von Drohnen zu weiteren Zivilopfern und einer Eskalation des Konflikts führe. Doch Analysten warnen, dass einseitige Sanktionen gegen die SAF die militärische Balance zugunsten der RSF verschieben könnten, die ihrerseits schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen begangen hat. Die Debatte zeigt erneut die Zerrissenheit der internationalen Gemeinschaft, die einerseits humanitäre Prinzipien verteidigt, andererseits aber keine klare Strategie zur Beilegung des Konflikts vorlegt.
Quellen: The Africa Report, AllAfrica – East Africa