Die Goldhändler in Kassala, einer wichtigen Handelsstadt im östlichen Sudan, haben am Montag ihre Läden geschlossen und den Betrieb für mindestens zwei Tage eingestellt. Der Streik ist eine Reaktion auf anhaltende Konflikte zwischen fest ansässigen Händlern und sogenannten itineranten Goldverkäufern, die ohne offizielle Lizenz handeln. Wie mehrere Händler gegenüber Radio Dabanga berichteten, eskalierten die Spannungen zuletzt mehrfach in gewaltsamen Auseinandersetzungen, während die lokalen Behörden auf Beschwerdebriefe und Forderungen nach Regulierung des Marktes nicht reagierten.
Der informelle Goldhandel hat im Sudan seit Jahren eine große wirtschaftliche Bedeutung, insbesondere seit dem Verlust der ölreichen Gebiete nach der Unabhängigkeit Südsudans. Doch der Mangel an staatlicher Aufsicht hat zu einem florierenden Parallelmarkt geführt, der zunehmend von unkontrollierten Akteuren dominiert wird. Die legalen Händler in Kassala befürchten nicht nur um ihre Sicherheit, sondern auch um ihre wirtschaftliche Existenz, da der Schwarzmarkt Preise unterbietet und Steuern umgeht.
Die Schließung des Marktes verdeutlicht die wachsende Frustration der Wirtschaftsakteure über die mangelnde Staatlichkeit und Rechtsdurchsetzung im Land. Experten warnen, dass solche Proteste, wenn sie nicht ernst genommen werden, zu weiteren sozialen Unruhen führen könnten – besonders in einer Zeit, in der die Bevölkerung bereits unter Hyperinflation, Energieknappheit und einer tiefen politischen Krise leidet.
Quellen: AllAfrica – East Africa, Dabanga