Hessens Wohnungskrise verschärft sich – Bauen stockt

Die Wohnungskrise in Hessen verschärft sich weiter. Laut dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (GdW) ist die Zahl der neu genehmigten Wohnungen im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken. Besonders betroffen sind die Ballungsräume um Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt, wo die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum weiter steigt.

Der GdW warnt vor einer drohenden Versorgungskrise. „Die Bautätigkeit bricht ein, weil Investoren abgeschreckt werden“, sagte ein Sprecher des Verbands. Hohe Zinsen, steigende Baukosten und regulatorische Hürden machten neue Projekte wirtschaftlich unattraktiv. Hinzu komme die aktuelle politische Debatte über Enteignungen, die vor allem in Berlin geführt werde, aber auch in Hessen für Verunsicherung sorge.

Die hessische Landesregierung steht unter Handlungsdruck. Obwohl in den vergangenen Jahren Förderprogramme aufgelegt wurden, reichen diese laut Experten nicht aus, um den Bedarf zu decken. In Frankfurt beispielsweise fehlen nach Schätzungen jährlich Tausende neue Wohnungen, um mit der Zuwanderung und dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten.

Kritiker fordern, dass die Genehmigungsverfahren beschleunigt und mehr städtische Flächen für sozialen Wohnungsbau freigegeben werden. Zudem müsse der Bund klare Signale setzen, um Investoren langfristige Planungssicherheit zu geben. „Wir brauchen keine Symbolpolitik, sondern konkrete Maßnahmen“, so der GdW.

Die Lage bleibt angespannt: Während die Mieten weiter steigen, stagniert der Neubau. Ohne entschlossenes Gegensteuern drohen weitere Verschärfungen – besonders für einkommensschwache Haushalte und Familien.

Quellen: FAZ Online