Zalando-Schließung in Erfurt: 109 Beschäftigte ziehen vor Gericht

Die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt nimmt eine juristische Wende: 109 Beschäftigte wehren sich gegen ihre Kündigung und haben Klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Das bestätigte das Gericht auf Anfrage des MDR. Die betroffenen Mitarbeiter hoffen damit, ihre Arbeitsplätze zumindest zeitweise sichern oder zumindest bessere Abfindungsbedingungen durchsetzen zu können.

Zalando hatte Anfang des Jahres die Entscheidung bekanntgegeben, das rund 1.000 Quadratmeter große Distributionszentrum in der thüringischen Landeshauptstadt bis Ende 2026 schließen zu wollen. Begründet wurde dies mit einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens und der Zusammenlegung logistischer Kapazitäten an anderen Standorten. Infolgedessen verlieren rund 150 Beschäftigte ihre Stelle, von denen sich mittlerweile knapp 110 juristisch zur Wehr setzen.

Die Klagen könnten für das Erfurter Arbeitsgericht zu einem erheblichen administrativen Aufwand führen, da jede Kündigung einzeln geprüft werden muss. Gewerkschaften und lokale Politiker hatten bereits zuvor die Entscheidung kritisiert und forderten mehr Unterstützung für die betroffenen Arbeitnehmer durch das Land und die Bundesagentur für Arbeit. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass Zalando alle gesetzlichen Vorgaben einhalte und betroffene Mitarbeiter bei der Stellensuche unterstützen wolle.

Quellen: MDR – Nachrichten