Bürgermeister von Springe will Rathausplatz nach Olivia Jones benennen – erneut gescheitert

Der Bürgermeister der niedersächsischen Stadt Springe, Thomas Springfeld, hat erneut versucht, den Rathausplatz nach der bekannten Travestiekünstlerin Olivia Jones zu benennen. Die heute international gefeierte Künstlerin verbrachte ihre Jugendjahre in Springe, wo sie aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität schwere Diskriminierungen erlebte. Springfeld sieht in der Namensgebung einen symbolischen Akt der Versöhnung und Anerkennung für die Betroffenen von Stigmatisierung.

Doch das Vorhaben stieß im Stadtrat und bei Teilen der Bevölkerung auf massiven Widerstand. Kritiker argumentieren, dass eine solche Benennung „nicht zum traditionellen Bild der Stadt passe“ oder gar „spaltend wirke“. Bereits in den vergangenen Jahren war der Vorschlag mehrfach abgelehnt worden, zuletzt mit knapper Mehrheit. Auch diesmal reichte das Quorum nicht, um den Beschluss durchzusetzen.

Olivia Jones selbst reagierte mit gemischten Gefühlen: „Ich bin dankbar für die Geste, aber ich frage mich, wie viel Veränderung wirklich möglich ist, wenn man schon vor einem Straßenschild scheitert.“ Unterstützer*innen des Projekts betonen, dass es nicht nur um eine Namensgebung gehe, sondern um die Sichtbarmachung von Vielfalt und die Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte.

Quellen: Spiegel Online – Schlagzeilen