In Cottbus gewinnt die Diskussion über eine flächendeckendere Videoüberwachung neue Nahrung: Laut Zahlen des brandenburgischen Innenministeriums sind die Straftaten in videoüberwachten Bereichen der Stadt spürbar zurückgegangen. Diese Entwicklung stützt die Forderung von Kommunalpolitikern, das Kamerasystem weiter auszubauen, insbesondere in Innenstadtlagen und an sozialen Brennpunkten.
Das Ministerium weist darauf hin, dass insbesondere Eigentumsdelikte wie Diebstahl und Sachbeschädigung in den kontrollierten Zonen abgenommen hätten. Dennoch bleibt die Frage offen, ob sich Kriminalität durch die Überwachung lediglich in andere, nicht überwachte Stadtteile verlagert. Kritiker aus dem Datenschutzbeauftragtenkreis und zivilgesellschaftlichen Gruppen warnen davor, dass eine allzu weitreichende Videoüberwachung die Privatsphäre der Bürger beeinträchtigen könnte.
Trotzdem zeigen aktuelle Umfragen unter Cottbuser Bürgerinnen und Bürgern eine wachsende Akzeptanz für Überwachungskameras – vor allem an Haltestellen, Einkaufszentren und Wohnsiedlungen. Die Stadtverwaltung erwägt nun, gemeinsam mit dem Land zusätzliche Fördermittel für moderne Überwachungstechnik zu beantragen. Eine abschließende Entscheidung soll im Herbst im Ordnungsausschuss fallen.
Quellen: Der Tagesspiegel