Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat sich von der Verwendung ihres Bildes in einem politischen Flyer der AfD Hannover-Stadt distanziert. In dem Material, das aktuell im Rahmen der Kommunalpolitik verteilt wird, setzt die Partei ein Foto des MHH-Campus ein, um ihre gesundheitspolitischen Forderungen zu unterstreichen. Die Hochschule betont jedoch, dass keine Genehmigung für die Nutzung des Bildes erteilt wurde.
„Die Verwendung von Fotos unseres Campus durch externe Organisationen, insbesondere im politischen Kontext, bedarf unserer ausdrücklichen Zustimmung“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der MHH. „Diese liegt im vorliegenden Fall nicht vor.“ Die Einrichtung weist darauf hin, dass die Darstellung den Eindruck erwecken könnte, sie unterstütze die Inhalte des AfD-Programms, was nicht der Fall sei.
Der Kreisverband Hannover-Stadt der AfD hatte das Foto vermutlich gewählt, um eine Verbindung zwischen ihren Forderungen zur Stärkung des Gesundheitssystems und einer renommierten medizinischen Einrichtung herzustellen. Kritiker sehen darin jedoch eine gezielte Instrumentalisierung öffentlicher Institutionen für parteipolitische Zwecke. Die MHH bekräftigt, dass sie als wissenschaftliche und medizinische Einrichtung überparteilich agiere und keine politischen Positionen unterstütze.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Nutzung von Fotos öffentlicher Gebäude zwar oft zulässig ist, sobald jedoch erkennbare Personen oder Logos im Bild sind oder die Darstellung in einen irreführenden Kontext gerückt wird, urheber- und persönlichkeitsrechtliche Probleme entstehen können. Die MHH prüft nun, ob rechtliche Schritte gegen die unbefugte Nutzung des Bildes eingeleitet werden.
Quellen: Welt Online