AfD-Kandidat Holm fordert Spezialeinheit für Abschiebungen – Proteste vor Kulturhaus in Neubrandenburg

Bei einer Großveranstaltung in Neubrandenburg hat der AfD-Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Leif-Erik Holm eine kontroverse Forderung zur Migrationspolitik erhoben. Vor rund 400 Parteigängern im Kulturhaus der Stadt plädierte Holm am Abend des 28. August 2026 für die Schaffung einer bundesweiten Polizeispezialtruppe, die ausschließlich für die Rückführung abgelehnter Asylbewerber zuständig sein soll. „Wir brauchen endlich operative Handlungsfähigkeit, wo der Staat versagt“, betonte Holm in seiner Rede.

Die Forderung stößt in Mecklenburg-Vorpommern auf unterschiedliche Resonanz. Während seine Anhänger im Saal Beifall spendeten, formierten sich draußen vor dem Gebäude mehrere hundert Gegendemonstranten. Zwischen AfD-Unterstützern und Gegnern kam es zu wütenden Wortgefechten, vereinzelt wurden Flaschen geworfen. Die Polizei errichtete einen massiven Sicherheitskordon und trennte die Lager voneinander. Laut Polizeiangaben blieb es jedoch bei Sachbeschädigungen und verbalen Übergriffen – körperliche Auseinandersetzungen konnten verhindert werden.

Die Landesregierung aus SPD, Grünen und Linkspartei reagierte mit scharfer Kritik. Eine Sprecherin der Ministerpräsidentin nannte den Vorschlag „rechtspopulistische Eskalationspolitik“ und warnte vor einer „Instrumentalisierung staatlicher Gewalt gegen Schwächere“. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es bereits enge Zusammenarbeit zwischen Bundespolizei, Landesbehörden und Kommunen bei Rückführungen, so die Sprecherin weiter. Die Debatte fällt in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs, in dem die AfD in Umfragen im Nordosten erneut an Zustimmung gewinnt.

Quellen: Welt Online