Hausbesetzung in Friedrichshain: Stromabschaltung droht für Besetzer des „Hugohaus“

In Berlin-Friedrichshain eskaliert der Konflikt um das besetzte ehemalige Hostel am Frankfurter Tor. Junge Anarchisten hatten das leerstehende Gebäude vor kurzem übernommen und nennen es mittlerweile ihr „Hugohaus“. Sie haben sich darin verbarrikadiert und fordern eine dauerhafte Nutzung als soziokulturelles Zentrum. Doch der Eigentümer, ein privater Immobilieninvestor, plant stattdessen den Abriss und den Neubau von Wohnungen. Nun zieht er die nächste Konsequenz: die Abschaltung der Stromversorgung.

Die Drohung mit der Einstellung der Energieversorgung ist ein harter Schritt im Ringen um das Gebäude. Rechtlich bleibt unklar, ob dieser Vorgang ohne behördliche Genehmigung zulässig ist. Kritiker sehen darin eine Form der indirekten Zwangsräumung, die rechtliche Grauzonen nutzt. Die Bezirksverwaltung hält sich bisher bedeckt, räumt aber ein, dass die Lage beobachtet werde.

Die Besetzer argumentieren, dass leerstehende Immobilien in einer angespannten Wohnungsmarktsituation nicht als Spekulationsobjekte dienen dürften. Unterstützerorganisationen rufen zu Solidaritätsaktionen auf. Gleichzeitig wächst die Sorge vor gewalttätigen Auseinandersetzungen, falls es zu einer offiziellen Räumung kommt. Die Polizei hat ihre Einsatzpläne bereits überprüft, will aber keine Details preisgeben. Die Situation bleibt angespannt – und könnte exemplarisch für die anhaltenden Spannungen zwischen Urbanisierung, Gentrifizierung und alternativer Lebensformen stehen.

Quellen: Der Tagesspiegel (DE, 01.09.2026 11:48)