ESA-Mission Bepicolombo beginnt Merkur-Erforschung – Kontrolle aus Darmstadt

Die lang erwartete wissenschaftliche Erforschung des Planeten Merkur hat offiziell begonnen. Die ESA-JAXA-Mission Bepicolombo, an der auch Deutschland maßgeblich beteiligt ist, erreichte nach einer achtjährigen Reise ihre finale Umlaufbahn um den sonnennächsten Planeten. Von zentraler Bedeutung für die Mission ist das Europäische Raumfahrtkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt, wo die operative Steuerung der beiden Orbitersonden koordiniert wird.

Seit dem Start im Jahr 2018 überwand die Sonde eine Distanz von fast neun Milliarden Kilometern und führte dabei neun gravitationsunterstützte Vorbeiflüge an Erde, Venus und Merkur selbst durch. Nun werden die beiden separaten Orbitmodule – der Mercury Planetary Orbiter (MPO) der ESA und der Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO) der JAXA – detaillierte Daten über die Oberfläche, Zusammensetzung, Magnetfeld und Exosphäre des Merkurs sammeln.

Das ESOC in Darmstadt spielt dabei eine Schlüsselrolle: Hier werden die Flugbahnen berechnet, die Kommunikation mit der Sonde gesteuert und kritische Manöver überwacht. „Darmstadt ist das technische Herz der europäischen Tiefraumfahrt“, betont ein Sprecher der ESA. „Jeder Befehl an Bepicolombo wird hier geplant und gesendet.“

Die Mission soll neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung der inneren Planeten liefern – insbesondere darüber, wie ein metallreicher Planet so nahe an der Sonne entstand. Die wissenschaftlichen Daten sollen in den kommenden Monaten zur Auswertung an Forschungsinstitute in Europa und Japan übermittelt werden, darunter auch an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Quellen: FAZ Online