Frankfurter Film-Premiere: Hanns Zischler als fiktiver Thomas Mann in „Vaterland“

In Frankfurt am Main fand am Dienstag die deutsche Premiere des Films „Vaterland“ von Regisseur Paweł Pawlikowski statt. Der Streifen, der literarische und historische Elemente miteinander verbindet, zeigt eine fiktive Biografie des Nobelpreisträgers Thomas Mann – verkörpert vom deutschen Schauspieler Hanns Zischler. Die Veranstaltung im Frankfurter Kino wurde zu einem kulturellen Highlight und zog zahlreiche Literatur- und Filminteressierte an.

Zischler, bekannt für seine präzise sprachliche Gestaltung und zurückhaltende Präsenz, tauchte in seiner Rolle als Thomas Mann tief in die psychologischen und politischen Konflikte des Exilschreibers ein. Nach der Vorführung stand er dem Publikum für ein Gespräch zur Verfügung und erläuterte, wie er sich der Figur näherte: „Man kann Thomas Mann nicht einfach abbilden – man muss ihn erfinden, aus Fragmenten, Briefen, Stimmaufnahmen.“

Der Film greift auf, wie Mann während des Nationalsozialismus ins kalifornische Exil ging, aber stets mit seiner Heimat verbunden blieb. Pawlikowskis Inszenierung kombiniert reale historische Momente mit poetischen Fiktionen. Besonders beeindruckend sei die akustische Umsetzung, bei der Zischler Texte in originaler deutscher Sprache rezitiert – teilweise basierend auf unbekannten Manuskripten.

Frankfurt, als traditionsreicher literarischer Standort und Geburtsstadt von Goethe und Theodor W. Adorno, bietet einen besonders passenden Rahmen für diese Auseinandersetzung mit deutscher Geistesgeschichte. Mit der Premiere unterstreicht die Stadt erneut ihre Rolle als Zentrum literarischer und filmischer Debatten in Hessen.

Quellen: FAZ Online