Äthiopischer Präsident ruft religiöse Institutionen zu moralischer Führung auf

Äthiopiens Präsident Taye Atske-Selassie hat religiöse Institutionen des Landes aufgefordert, ihren Beitrag zur Stärkung der moralischen Grundwerte und zur Förderung der nationalen Einheit zu intensivieren. Bei einer Ansprache in Addis Ababa betonte der Staatschef die zentrale Rolle der Religionen in der Bewahrung der kulturellen Identität und sozialen Stabilität des vielfältigen Landes.

„Religiöse Führer tragen eine besondere Verantwortung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, erklärte Taye. Er appellierte an Kirchen, Moscheen und andere Glaubensgemeinschaften, aktiv gegen Spaltung, Intoleranz und moralischen Verfall vorzugehen. Äthiopien, das eine lange Tradition religiöser Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und anderen Gruppen hat, sieht sich auch heute mit Spannungen konfrontiert, die oft entlang ethnischer und religiöser Linien verlaufen.

Die Äußerungen des Präsidenten kommen zu einer Zeit, in der die Regierung verstärkt auf nicht-staatliche Akteure setzt, um gesellschaftliche Heilung nach jahrelangen Konflikten voranzutreiben. Religiöse Institutionen genießen in Äthiopien hohes Ansehen und können als Vermittler in Krisenzeiten fungieren. Taye betonte, dass ethische Führung aus den Gemeinden heraus komme und nicht allein durch staatliche Maßnahmen hergestellt werden könne.

Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia