Äthiopische Beamte werfen Ägypten vor, Zugang zum Roten Meer zu blockieren

Der ehemalige äthiopische Wasserminister und Botschafter Shiferaw Jarso hat schwere Vorwürfe gegen ägyptische Politiker erhoben. Er behauptet, Ägypten und seine Verbündeten hätten bewusst versucht, Äthiopien zu schwächen und den Zugang des Binnenlandes zum Roten Meer zu blockieren. Die Äußerungen machten erneut die langjährigen geopolitischen Spannungen zwischen den beiden Nilanrainern deutlich.

Jarso argumentierte, dass Äthiopiens zentrale Rolle als Quellland des Abay-Flusses (Blauer Nil) seit Jahrzehnten Anlass für strategische Gegenmaßnahmen in Kairo sei. „Die Tatsache, dass der größte Teil des Nils in Äthiopien entspringt, wird in Ägypten als existenzielle Bedrohung wahrgenommen“, erklärte er. Dies habe zu diplomatischen und indirekten politischen Bemühungen geführt, Äthiopiens regionale Einflussnahme einzuschränken – auch hinsichtlich eines möglichen Seehafenzugangs.

Parallel dazu kritisierte Fekahmed Negash, ehemaliger Berater im GERD-Verhandlungsteam, die Wassernutzung in Ägypten. Aufgrund des heißen Wüstenklimas gingen große Mengen des gespeicherten Wassers in Stauseen wie dem Nassersee durch Verdunstung verloren. Äthiopien hingegen nutze das Wasser gezielt für die Stromerzeugung und Entwicklung. Die Kritik unterstreicht das fortbestehende Misstrauen in der Nilwassernutzung, obwohl der Bau des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) weiter voranschreitet.

Quellen: AllAfrica – Ethiopia, AllAfrica – East Africa