Laut Aussagen des ehemaligen äthiopischen Wasserministers und Botschafters Shiferaw Jarso sollen ägyptische Politiker und ihre Verbündeten Strategien entwickelt haben, um Äthiopien als Nation zu schwächen und dessen Bestrebungen für einen direkten Zugang zum Roten Meer zu vereiteln. Jarso begründete diese Behauptungen mit der strategischen Bedeutung Äthiopiens als Quellland des Abay-Flusses – einem Hauptzufluss des Nils – was langjährige Spannungen im Nilbecken verstärkt habe.
Die Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, da geopolitische Spannungen im Horn von Afrika weiter an Bedeutung gewinnen, insbesondere im Zusammenhang mit Handelsrouten und regionaler Einflussnahme. Äthiopien hat in den vergangenen Jahren wiederholt Interesse an einem Hafenzugang geäußert, um seine wirtschaftliche Unabhängigkeit und Handelsfähigkeit zu stärken. Solche Pläne stoßen jedoch auf Widerstand aus Ländern wie Ägypten, das traditionell großen Einfluss auf die Region ausübt und seine Wasserrechte am Nil vehement verteidigt.
Ägypten hat bislang auf die Vorwürfe nicht öffentlich reagiert. Die Behauptungen könnten jedoch die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern zusätzlich belasten, besonders vor dem Hintergrund des langwierigen Streits um den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD). Die Äußerungen von Jarso unterstreichen, wie tief die Misstrauen in der Region verwurzelt sind – nicht nur im Wassermanagement, sondern auch in strategischen Zugängen und regionaler Hegemonie.
Quellen: ENA