Anklage gegen rechtsextreme Terrorzelle aus Thüringen erhoben

Die Bundesanwaltschaft hat offiziell Anklage gegen zwei Männer aus Thüringen erhoben, die der rechtsextremen terroristischen Vereinigung „Letzte Verteidigungswelle“ angehören sollen. Den Beschuldigten wird unter anderem Beihilfe zu versuchtem Mord sowie Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Gruppe gezielt Anschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen geplant haben könnte.

Die beiden Männer, deren Identitäten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht wurden, stammen aus verschiedenen Regionen Thüringens. Laut Bundesanwaltschaft bestand die Gruppe aus einem eng vernetzten Netzwerk, das sich über soziale Medien organisierte und extremistische Propaganda verbreitete. Die Ermittlungen dauerten mehrere Monate und führten zu umfangreichen Durchsuchungen in Thüringen sowie in anderen Bundesländern.

Die „Letzte Verteidigungswelle“ gilt als besonders gewaltorientiert. Sicherheitsbehörden warnen seit Längerem vor der Radikalisierung rechtsextremer Szenen in ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Thüringen bleibt dabei ein besonderer Beobachtungsschwerpunkt. Der Generalbundesanwalt betont, dass die Anklage ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung rechtsterroristischer Strukturen sei.

Das Verfahren wird nun vor dem Oberlandesgericht eröffnet. Sollte die Anklage zugelassen werden, wird mit einem umfangreichen Sicherheitsaufgebot gerechnet. Die Innenministerin von Thüringen begrüßte die Anklage und sprach von einem „klaren Signal gegen Hass und Gewalt“.

Quellen: MDR – Nachrichten