Der anhaltende Konflikt im Sudan entwickelt sich zunehmend zu einer regionalen Krise, in die auch Eritrea verstrickt sein könnte. Wie diplomatische Quellen gegenüber dem Ayin Network berichteten, gerät der sudanesische Bürgerkrieg immer stärker in den Sog der angespannten Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea. Obwohl es aktuell keine direkten militärischen Aktionen Eritreas im Sudan gibt, wächst die Sorge, dass die historisch belastete Rivalität zwischen Addis Ababa und Asmara den Konflikt weiter eskalieren lassen könnte.
Eritrea, das in der Vergangenheit enge militärische und politische Bande zu bestimmten Fraktionen im äthiopischen Tigray-Konflikt unterhielt, bleibt ein unvorhersehbarer Akteur in der Region. Beobachter befürchten, dass eine erneute Zuspitzung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten die sudanesische Krise weiter verschärfen und humanitäre sowie sicherheitspolitische Folgen für die gesamte Horn-of-Africa-Region haben könnte.
Die internationale Gemeinschaft ruft zu Deeskalation auf. Insbesondere die Afrikanische Union und die IGAD (Intergovernmental Authority on Development) bemühen sich um diplomatische Kanäle, um eine weitere Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Doch die mangelnde Transparenz der eritreischen Regierung und die komplexe Netzwerke von Milizen und regionalen Allianzen erschweren eine klare Einschätzung der Lage.
Experten warnen, dass eine indirekte Beteiligung Eritreas – sei es durch logistische Unterstützung oder indirekten Einfluss auf bewaffnete Gruppen – ausreichen könnte, um den Konflikt weiter zu verschärfen. Die internationale Aufmerksamkeit müsse daher nicht nur auf den Sudan gerichtet bleiben, sondern auch die regionalen Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea im Blick behalten.
Quellen: AllAfrica – East Africa, AllAfrica – Ethiopia